Welpenaufzucht

Schon einige Zeit vor der Geburt wird die Mutterhündin mit der Wurfkiste vertraut gemacht. Von da an wird dieser Raum für alle anderen Hunde des Rudels zur Tabu-Zone erklärt. Die Mutterhündin braucht mit Beginn der Wehen und während der Geburt nichts weiter als Ruhe und das Gefühl der Geborgenheit um sich voll und ganz auf das bevorstehende Ereignis zu konzentrieren. Der einzige Mensch, der während dieser Zeit über alles wacht und der Hündin die nötige Geborgenheit gibt, bin ich. Die Ruhe und Gelassenheit die ich benötige, hole ich mir bei Züchterfreunden und meiner allerbesten Tierärztin, die für mich in dieser Zeit Tag und Nacht da sind. Gemeinsam fiebern wir dem ersten Welpen entgegen. Ist der gesamte Geburtsvorgang abgeschlossen wird die Mama und die Wurfkiste noch mal gereinigt, es kommt meine Tierärztin zum x-ten Mal, schaut sich die Welpen und die Mama noch mal an und dann... muß ich erst mal eine Runde schlafen.

Die Welpen werden bei uns im Wohnbereich geboren. Das Welpenzimmer befindet sich direkt neben der Stube. Ich schlafe natürlich über die ganze Welpenzeit mit bei den Kleinen um nichts den Zufall zu überlassen. Auch unsere anderen Rudelsmitglieder, egal ob Zwei.- oder Vierbeiner können jederzeit mittendrin sein. Die ersten paar Tage erlaubt die Mama den Besuch unserer Hunde natürlich noch nicht. Sobald die Kleinen auf ihren eigenen Beinen stehen und die Wurfkiste verlassen können, steht ihnen der gesamte Wohnraum zur Verfügung.

Zunächst besteht das Leben der kleinen Bärchen aus trinken und schlafen. Dennoch traut man sich nicht wirklich weg von der Wurfkiste. Es ist wunderschön den kleinen und der stolzen Mama bei der Brutpflege zuzuschauen und man hat immer ein wenig Angst, daß so ein kleiner Wicht von Mama zerquetscht werden könnte. Immerhin wiegt ein neu geborener Welpe gerade mal ca. 400 gr. In der zweiten Lebenswoche öffnen sich die kleinen Äuglein und die Welpen wiegen dann schon über 1 kg. Nun bleibt die Mama auch nicht mehr 24 Stunden am Tag bei den Kleinen. Sie geht schon wieder kleine Gassirunden mit und schaut auch so schon mal ob noch alles am rechten Fleck ist. Lange läßt sie ihre Babys noch nicht allein. Wenn Mama im Welpenzimmer ist, dürfen die Großen auch schon mal gucken kommen. Allerdings muß noch ein Sicherheitsabstand eingehalten werden den die Mutterhündin mit nicht überseh.- und hörbaren Signalen festlegt.Ende der dritten Lebenswoche kommen die ersten Zähnchen und die kleinen Bärchen sind auch schon recht gut zu Fuß. Die Wurfkiste wird erkundet und man spielt auch schon miteinander. Die Mama geht nur noch zum säugen in die Wurfkiste und hält sich ansonsten in Hör und Sichtweite ihrer Kinder auf. Jetzt ist auch die Zeit gekommen, wo die Kleinen ihre erste feste Malzeit bekommen. Wir beginnen die Fütterung mit 1x Rinderhack am Tag. Später bekommen die Welpen 2 Fleischmalzeiten und eine Milchbreimalzeit. Dazu gibt es, bis Mama`s Milchbar versiegt ist, Muttermilch.

 

     

Die Kleinen lernen von anfang an in einem Rudel mit den unterschiedlichsten Rudelmitgliedern klar zu kommen. Von den Großen lernen sie ganz schnell die einfachsten Dinge des Lebens wie Unterordnung im Rudel, wie weit man bei den Großen gehen kann und vieles andere mehr. Durch die tägliche Hausarbeit ist die Geräuschkulisse die die Welpen ausgesetzt sind, recht groß und abwechslungsreich. Radio oder Fernseher laufen fast den ganzen Tag. Angst vor dem Staubsauger oder Topfgeklapper haben die Hunde genau so wenig wie vor allen anderen Haushaltgeräuschen weil es für sie einfach dazu gehört. Hin und wieder laß ich auch mal einen Kochtopfdeckel fallen um sie auch an unvorhergesehene Geräusche zu gewöhnen.

 

 

 

 

Ab der 4. Lebenswoche sind die kleinen Wuselwische nicht mehr in der Wurfkiste zu halten. Sie wollen nun auf Erkundungstour gehen. Zunächst wird nur das Welpenzimmer frei gegeben, damit die Kleinen sich nicht verlaufen und von den Großen überrannt werden. Das Welpenzimmer wird natürlich auch schon mit diversen Dingen wie Katzentunnel, Höhlen und viel Spielzeug ausgestattet damit auch genug zu erkunden da ist. Reicht das Welpenzimmer nicht mehr aus und ist jede Ecke ausgiebig untersucht worden, wird den kleinen Entdeckern der gesamte Wohnraum zu Forschungszwecke frei gegeben. Für uns heißt das ab jetzt 2x gucken bevor man ein Bein auf den Boden stellt. Für die Möbel heißt das, unser letztes Stündchen hat geschlagen. Alles was nicht Niet und Nagelfest ist, wird untersucht, angeknabbert und weg geschleppt.

Für mich als Züchter und Ziehmama beginnt jetzt die schönste aber auch anstrengendste Zeit. Man muß seine Augen und Ohren überall haben, denn die Bärchen gehen so fröhlich und unbeschwert in ihre Abenteuer und können ja noch gar nicht abschätzen was gut und weniger gut ist. Nun erkennt man auch schon den Draufgänger und den eher Zurückhaltenden unter der Meute und man muß langsam, vorsichtig und dennoch bestimmend mit der Erziehung und Wesensprägung beginnen. Dem Stürmer versucht man den Wind aus den Seegeln zu nehmen, dem Schüchternen gibt man eine helfende Hand um Sicherheit zu vermitteln. All das ist sehr wichtig für das weitere harmonische Leben außerhalb des gewohnten Zuhause. Was allerdings alle gleich viel brauchen, auch die Großen, ist Liebe. Davon muß man unendlich viel geben können, dieser Bach der Liebe darf nie versiegen. Auch oder gerade weil einem der Hintern voller Tränen steht, weil die Fernbedienung oder das Handy zerknabbert ist, ist Liebe und Geborgenheit das A und O in der Hundezucht.

 

Freunde und Bekannte mit Kind und Hund sind in dieser Zeit bei uns sehr gern gesehen.

So werden die Kleinen von Anfang an auch auf Mensch und

Tier aller Altersgruppen und Rassen geprägt und auf die Zukunft gut vorbereitet.

 

Ab der vierten Lebenswoche ist die Zeit gekommen, wo unsere Schützlinge ihre zukünftigen Leinenführer kennen lernen sollen.

 

 

Wenn es das Wetter zuläßt, dürfen die Kleinen ab der 5. Lebenswoche auch den Garten in Beschlag nehmen.

 

Im Garten ist extra für die Welpen eine Spielwiese mit diversen Geräten, wie Tunnel, Wippe, verschiedene Untergründe und Klettermöglichkeiten, aufgebaut.

Bei der Prägung unserer Schützlinge helfen viele unserer Freunde und deren Kinder tatkräftig mit.

 

Die kleinen Racker nehmen rasant an Gewicht und Größe zu. Der Tagesablauf besteht nun aus fressen, spielen und schlafen. Spielerisch beginne ich bereits mit der Erziehung . Wenn sie mir nach gelaufen kommen und sich schön hin setzen, kommt das Kommando "Sitz" und ein Leckerlie. Ratz Fatz haben die Schlingel begriffen, man muß nur angeflitzt kommen wenn Ziehmama ruft und sich auf den dicken Po setzen und schon gibts eine Extrafütterung. Ja ja und wenn Ziehmama mit den Schüsseln klappert, dann gibt es kein halten mehr, so schnell die kurzen Beinchen flitzen können, ist die ganze ausgehungerte Rasselbande da. Nach dem ausgiebigen Fresserchen wird noch mal kurz der Energiehahn aufgedreht und dann fallen alle in den wohlverdienten Tiefschlaf.

Ab der 7. Lebenswoche unternehmen wir mit den Welpen kurze Autofahrten und kleine Spaziergänge in der näheren Umgebung damit sie auch das kennen lernen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ernährt werden unsere Welpen von anfang an roh. Das Fleisch wird natürlich die erste Zeit durch den Fleischwolf gedreht.

 

 

Obst, Gemüse, Nudeln und ähnliches bekommen die Welpen auch schon mit unter das Fleisch. Bis zum Alter von 9 Wochen bekommen die Welpen auch noch eine Milchmalzeit (Grießbrei) angeboten. Wir sind davon überzeugt, dass es für die Hunde nichts Besseres und Gesünderes als natürliche Ernährung gibt. Sie wachsen auf diese Art schön langsam heran. Die Knochen und Gelenke werden nicht durch zu viel Getreide und chemische Zusatzstoffe belastet.  

                                                      

 

Unsere Welpen werden in den 9-10 Wochen, die sie bei uns sind, 4x entwurmt, in der 8. Lebenswoche vom Tierarzt untersucht, geimpft und gechippt. Frühestens in der 9. Lebenswoche werden die Kleinen, die Mutterhündin und die gesamte Zuchtstätte vom Zuchtwart unseres Vereins begutachtet und in einem Wurfabnahmeprotokoll festgehalten. Wenn all das geschafft ist, dürfen unsere kleinen Bärchen, gut gerüstet, in ihr neues Zu hause umziehen,  

Eine Bedingung stellen wir allerdings an die zukünftigen Hundeeltern. Wir geben keinen unserer Schützlinge an Menschen ab, wo der Hund sein Dasein in einem Zwinger oder ausgegränzt von seinem Menschenrudel gehalten wird. Wir erwarten, dass unsere Hunde gleichwertige Familienmitglieder werden. Der Berner Sennenhund ist für Zwingerhaltung nicht geeignet. Er braucht den Kontakt zu seinen Menschen und darf nicht ausgegrenzt werden. Auch Nachts möchte der Berner auf sein Menschenrudel aufpassen können.

Sind die Welpen dann in ihr neues zu Hause umgezogen, liegt uns sehr viel daran den Kontakt zu den neuen Familien wenigstens ein ganzes Hundeleben lang aufrecht zu erhalten. Wir stehen gern jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite. Auch wenn unsere Welpenkäufer mal Urlaub ohne Hund machen möchten, dürfen unsere ehemaligen Welpen gern bei uns Urlaub machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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